Dienstvertrag

Subunternehmer oder Angestellter?

 


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Mit dem stetigen Wandel unserer Gesellschaft änderten sich auch stets die Arbeitsverhältnisse, und es entstehen neue Arbeitsmodelle: eines davon ist das Subunternehmer-Modell. Jeder Existenzgründer hat als Freiberufler oder Gewerbetätiger die Möglichkeit, Subunternehmer zu beschäftigen oder selbst als Subunternehmer tätig zu sein. Der Subunternehmer erhält dabei seinen Arbeitsauftrag vom Hauptunternehmer und dieser wiederum vom Auftraggeber, dem eigentlichen Kunden. Der Subunternehmer arbeitet also als Freier Mitarbeiter im Unternehmen mit. Insbesondere bedeutet dies, dass der Subunternehmer arbeitsrechtlich keinerlei Weisungen des Hauptunternehmers unterworfen ist. Zwischen dem Subunternehmer und dem eigentlichen Kunden besteht keinerlei Vertragsverhältnis.

Was funktioniert das Prinzip in der Praxis?

Das Fernbus-Geschäft ist zur Erklärung ein gutes Beispiel, denn es funktioniert exakt nach dem Subunternehmerprinzip: Gegenüber dem Fahrgast (Auftraggeber) tritt ein einziger Vertragspartner (nämlich das Fernbusunternehmen in grün, blau oder gelb) auf. Dieses hat seinerseits Subunternehmer in Form von lokalen Fuhrunternehmen unter Vertrag, welche die Fahrten im Auftrag des Fernbusunternehmens ausführen. Für den Fahrgast tritt der Subunternehmer nicht in Erscheinung. Erlaubt ist diese Form des Beschäftigungsverhältnisses, weil die Busfahrer des Subunternehmers neben Fahrten für das Fernbusunternehmen auch für andere Auftraggeber tätig sind und die Betriebsmittel (also die Busse) vom Subunternehmer selbst bereitgestellt werden.

Vorteile

1. Aufträge an Subunternehmer vergeben

Als Existenzgründer können Sie mit der Vergabe von (Teil-)Aufgaben an Subunternehmer wesentlich schneller zum Ziel kommen oder überhaupt erst in die Lage versetzt werden, einen Auftrag stemmen zu können. Zudem können Sie sich auftragsbezogen jene Spezialisten ins Haus holen, die Sie für die Bewältigung einer bestimmten Aufgabe jeweils benötigen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung des §13b UStG (Übertragung der Steuerschuldnerschaft).


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Subunternehmen erbringen Leistungen im Auftrag eines Hauptunternehmen bei dessen Auftraggeber. Dies geschieht aufgrund eines Werk- oder Dienstvertrages.

Umsatzsteuerrechtlich fällt die Steuerschuld in diesen Fällen gemäß § 13 b auf den Leistungsempfänger über. Während die Subunternehmer weiterhin berechtigt sind Vorsteuer abzuziehen, dürfen Sie die Umsatzsteuer auf Ihren Auftraggeber abwälzen. Die Rechnung wird ohne Mehrwertsteuer ausgestellt und mit dem Vermerk auf die Anwendung des § 13 b UStG.

2. Selbst Subunternehmer sein

Auf der anderen Seite können Sie auch selbst als Subunternehmer aufzutreten. So eröffnen sich Möglichkeiten der Mitarbeit an interessanten Aufgaben. Als Subunternehmer können Sie in größere und komplexere Projekte eingebunden werden, die Sie im Rahmen einer Direktvergabe vermutlich nicht bekommen hätten, da dafür Ihre personellen und technischen Ressourcen aus Sicht des Auftraggebers nicht ausgereicht hätten. Die Aussicht auf Folgeaufträge an Sie durch den Hauptunternehmer ist dabei durchaus realistisch.

Nachteile

1. Subunternehmer und Scheinselbständigkeit

Bei der Schaffung von Subunternehmer-Arbeitsverhältnissen ist allerdings einige Vorsicht und Zurückhaltung geboten. Denn eine Beschäftigung als Subunternehmer mit nur einem Vertragspartner Opens internal link in current windowgilt regelmäßig als Scheinselbständigkeit, ist folglich rechtswidrig und finanztechnisch äußerst riskant.

Hinterfragen Sie kritisch, bevor Sie unterschreiben!

Hinterfragen Sie also kritisch, ob Sie wirtschaftlich gesehen vom Hauptunternehmen wirklich unabhängig sind oder ob es für die Finanzbehörden nahe liegen könnte, in Ihrem Beschäftigungsverhältnis eine Scheinselbständigkeit zu vermuten.

Wichtig: Verträge machen

Sowohl bei der Vergabe von Aufträgen an einen Subunternehmer wie auch bei der Annahme von Aufträgen als Subunternehmer ist dringend anzuraten, vor Beginn der eigentlichen Tätigkeit gemeinsam einen so genannten Werkvertrag bzw. Dienstvertrag auszuarbeiten. In einem solchen Vertrag sollten nicht nur Art der Leistung und Beschaffenheit des zu erstellenden Werkes bzw. des zu leistenden Dienstes geregelt sein.

Der Werkvertrag: im BGB, die Kündigung, Beispiele

Der Werkvertrag ist ein gegenseitiges Vertragsverhältnis, bei dem der Werkunternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes und der Werkbesteller zur Zahlung des vereinbarten Werklohnes verpflichtet ist. Die rechtlichen Normen zum Werkvertrag finden sich in den §§ 631 ff. BGB.

Im Gegensatz zum Dienstvertrag schuldet beim Werkvertrag der Werkunternehmer das Herbeiführen eines bestimmten, zuvor vereinbarten Erfolges. Der Werkunternehmer geht, sofern vertraglich nichts anderes vereinbart wurde, mit der Herstellung des Werkes in Vorleistung. Erst bei Abnahme des Werkes durch den Werkbesteller wird die Vergütung fällig. Mit der Abnahme des Werkes beginnt gleichzeitig der Ablauf der Gewährleistungsfrist. Bei Vorliegen von Sachmängeln haftet der Werkunternehmer dem Werkbesteller nach den Vorschriften der Sachmängelhaftung.

Der Werkvertrag kann, solange das Werk noch nicht vollendet wurde, jederzeit von den Parteien gekündigt werden. Erfolgt eine Kündigung des Werkbestellers, behält der Werkunternehmer allerdings seinen Vergütungsanspruch abzüglich der sogenannten ersparten Aufwendungen.

Versicherungsfragen für den Subunternehmer klären!

Auch solche Fragen wie der Versicherung des Subunternehmers durch die Betriebshaftpflichtversicherung (wie in der Gründungsphase Opens internal link in current windowim Bereich gewerbliche Versicherungen erläutert!) müssen geklärt werden. Der Subunternehmer ist dann im Rahmen seiner Tätigkeit genauso geschützt wie ein angestellter Mitarbeiter.

Regressforderungen ausschließen!

Der Subunternehmer wiederum sollte in erster Linie im Vertrag Regressforderungen gegen sich selbst ausschließen, da der Hauptunternehmer bzw. dessen Versicherung andernfalls bei Schlechtleistung oder Nichtleistungen auf den Subunternehmer durchgreifen könnte.

Fazit

Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile der Subunternehmerschaft gegenüber der der Mitarbeiter. Es gibt jedoch auch ernstzunehmende Risiken und Nachteile, wie beispielsweise die Tatsache, dass ein Subunternehmer eher kurzfristig gebunden ist, ebenso lang wie der Auftrag eben dauert. Während Sie Personal für gewöhnlich auf längere Sicht einstellen möchten, was nicht immer klappt, jedoch zunächst Ihr vorrangiges Ziel sein sollte. Es ist letztlich immer eine Frage des Standpunktes und der eigenen Zielsetzung, ob die Aufgabe von einem Subunternehmer oder vom eigenen Personal am besten ausgeführt werden kann.


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